Mit «Aufgeklärtes Management. Werte, Haltung und Prinzipien der Organisationsgestaltung» legt Stefan Barth 2026 bei Vahlen einen gut 300 Seiten starken Entwurf vor, der wirtschaftlichen Erfolg, persönliche Sinnstiftung und gesellschaftlichen Nutzen nicht gegeneinander ausspielt, sondern als gleichrangige Ziele behandelt. Leitend ist die Annahme, dass Führungskräfte wie Mitarbeitende ihr eigenes Welt- und Menschenbild in die Organisation einbringen können müssen. Die Organisationsgestaltung hat dafür die strukturellen, kulturellen und prozessualen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Vom Menschenbild zur Handlungsanweisung
Barth gliedert seinen Stoff in zwei Hauptteile. Der erste Teil klärt die Grundlagen. Das Kapitel zum Menschenbild verhandelt Würde, Autonomie und Freiheit, Gleichheit und Diversität sowie Rationalität; das Kapitel zum Weltbild ergänzt ein erkenntnistheoretisches Grundgerüst, Führungstheorien, die Frage nach der Vorhersagbarkeit der Zukunft, Veränderungsgeschwindigkeiten und Nachhaltigkeit. Aus diesen Voraussetzungen leitet der Autor zunächst Leitprinzipien und dann konkrete Handlungs- und Organisationsprinzipien ab. Eine Führungskraft trifft demnach weniger selbst Entscheidungen, als dass sie die Mitarbeitenden in die Lage versetzt, eigenständig zu entscheiden. Daran knüpfen Themen wie Motivation, Mitwirkung, Iteration, Selbstreflexion und Fürsorge an.
Der praktische Schwerpunkt
Den deutlich größeren Teil – rund zwei Drittel des Umfangs – widmet Barth den Praktiken. Das Kapitel zur Operationalisierung konkretisiert in fünf Unterkapiteln, was die Prinzipien im Alltag bedeuten. Der Autor fragt etwa, ob eine Organisation tatsächlich einen CEO braucht, wie sich monetäre Ziele und Transparenz zueinander verhalten und unter welchen Bedingungen ein Management-Team wirklich gelingt.
In den Unterkapiteln zu Mitarbeitenden und Führung, zur Produktion und zur Kommunikation wird Barth ausgesprochen konkret: Er liefert bis hin zur konkreten Meetinggestaltung und zum Umgang mit kritischen Kommunikationsanlässen umsetzbare Vorschläge. Das abschließende Kapitel behandelt auf rund 20 Seiten die Hürden der Implementierung.
Management-Journal-Fazit: Barth gelingt das Kunststück, Werte, Haltung und Prinzipien der Organisationsgestaltung schlüssig zu verknüpfen, ohne im Abstrakten zu verharren. Die ausgeprägte Hands-on-Mentalität und der hohe Praxisbezug heben das Buch von vielen rein konzeptionellen Beiträgen ab und machen es für Führungskräfte und Organisationsgestalterinnen gleichermaßen lesenswert.
Stephan Lamprecht
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Lesbarkeit
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Nutzwert
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Anspruch
Fazit
Barth gelingt das Kunststück, Werte, Haltung und Prinzipien der Organisationsgestaltung schlüssig zu verknüpfen, ohne im Abstrakten zu verharren. Die ausgeprägte Hands-on-Mentalität und der hohe Praxisbezug heben das Buch von vielen rein konzeptionellen Beiträgen ab und machen es für Führungskräfte und Organisationsgestalterinnen gleichermaßen lesenswert.
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