„New Work“ für produzierende Betriebe

Der Begriff „New Work“ wird häufig verkürzt verstanden. Viele denken dabei sofort an Remote-Arbeit, hybride Arbeitsmodelle oder holokratische Organisationsformen. Produzierende und mittelständische Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie diese Arbeitskonzepte in ihrem spezifischen Kontext umsetzen können. Denn sie müssen ebenfalls qualifiziertes Personal gewinnen und langfristig binden. Und dies dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zum Trotz. 

Genau an diesem Punkt setzt „Wie geht modernes Arbeiten in produzierenden Betrieben“ von Frederike Hohenstein und Helen Heitmann an. Die zentrale Frage, die sich durch das gesamte Werk zieht: Wie kann es produzierenden Betrieben gelingen, als Arbeitgeber attraktiv zu sein und zeitgemäße Arbeitsbedingungen anzubieten, ohne die Besonderheiten der Produktion aus dem Blick zu verlieren?

Ein ganzheitlicher Blick auf den Personalzyklus

Die Stärke des Buches liegt in seinem umfassenden Ansatz. Die Autorinnen behandeln den gesamten Personalzyklus von der ersten Kontaktaufnahme mit potenziellen Mitarbeitenden bis zum Ausscheiden aus dem Unternehmen. Dabei werden systematisch alle relevanten Phasen beleuchtet: Talent Attraction, Recruiting, Onboarding, Development, Retention und schließlich auch das Offboarding. Gerade letzteres wird unterschätzt. Denn wie sich Unternehmen und Mitarbeitende trennen, trägt natürlich auch zum Bild bei, das sich Menschen von der Firma machen.

Wertvoll ist die grundlegende Botschaft des Werkes: „New Work“ ist kein isoliertes Konzept, das man einfach implementieren kann, sondern vielmehr ein Denkansatz und Wandel der Unternehmenskultur. Die Autorinnen verdeutlichen, dass es nicht primär um die Einführung von Home-Office geht – zumal diese in produzierenden Betrieben oft nur begrenzt umsetzbar sind. Vielmehr bedarf es eines grundlegenden Umdenkens in der Unternehmenskultur.

Praxisnahe Tools für den Mittelstand

Es ist die Praxisnähe, die das Buch auszeichnet. Hohenstein und Heitmann belassen es nicht bei theoretischen Ausführungen, sondern stellen insgesamt 37 konkrete Tools vor, die mit Checklisten und Handlungsempfehlungen direkt umgesetzt werden können. Diese reichen von Instrumenten zur Standortbestimmung des Unternehmens über Methoden zur Erarbeitung eines Werteversprechens bis zu diversen Werkzeugen für das Recruiting.

Besonders hervorzuheben sind die Ansätze für den Wissenstransfer, den Abbau von Silos zwischen Abteilungen und die Schaffung von attraktiven Karrieremodellen speziell für den Produktionsbereich. 

Besonders angenehm ist die klare und präzise Sprache. Frederike Hohenstein und Helen Heitmann verzichten auf überflüssiges Fachvokabular und lange Ausführungen. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das Wesentliche und liefern konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen. Die übersichtliche Struktur mit sinnvollen Zwischenüberschriften erleichtert zudem das selektive Lesen und das Nachschlagen einzelner Themen.

Management-Journal-Fazit: Das Buch von Hohenstein und Heitmann schließt eine wichtige Lücke in der Literatur zum Thema New Work. Während sich viele Werke auf Büro- und Wissensarbeit konzentrieren, bietet dieses Buch spezifische Lösungen für produzierende Betriebe. Die verständliche Sprache und die konkreten Umsetzungshilfen machen es zu einem wertvollen Werkzeug für alle, die modernes Arbeiten in produzierenden Unternehmen voranbringen wollen.

Stephan Lamprecht

  • Lesbarkeit
  • Nutzwert
  • Anspruch
5

Unser Fazit

Das Buch von Hohenstein und Heitmann schließt eine wichtige Lücke in der Literatur zum Thema New Work. Während sich viele Werke auf Büro- und Wissensarbeit konzentrieren, bietet dieses Buch spezifische Lösungen für produzierende Betriebe. Die verständliche Sprache und die konkreten Umsetzungshilfen machen es zu einem wertvollen Werkzeug für alle, die modernes Arbeiten in produzierenden Unternehmen voranbringen wollen.

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