Rafael Bujotzeks Buch „KI oder nie“ reiht sich in die Flut an Publikationen ein, die technikgetriebene Revolutionen begleiten. Schon in den 90er-Jahren erlebten wir diese Schwemme beim Internet, jetzt ist es die Künstliche Intelligenz, die Verlage und Autoren auf den Plan ruft. Das grundsätzliche Dilemma solcher Werke: Die Entwicklung schreitet so rasant voran, dass die Inhalte beim Erscheinen bereits überholt wirken können. Gerade bei KI ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt.
Der Untertitel des Buches verrät bereits die Marschrichtung: Bujotzek versteht die digitale Transformation und KI als Chance und möchte entsprechend dafür werben. Seine Einleitung fällt indes etwas polemisch aus, wenn er den vermeintlichen Rückstand Deutschlands im Hinblick auf die Digitalisierung skizziert.
Seine Argumentation wirkt auf den ersten Blick überzeugend, doch die regelmäßigen Vergleiche von Äpfeln mit Birnen werden durch Wiederholung nicht zwingender. Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat. Das bedeutet eben auch, dass zig IT-Systeme und Prozesse harmonisiert werden müssen, sei es in der Verwaltung oder im Gesundheitswesen. Nach der fast schon obligatorischen Erwähnung des Faxgeräts zeichnet das zweite Kapitel die geschichtliche Entwicklung der KI nach.
Parforce-Ritt durch die Anwendungsfelder
Es folgt ein Schnelldurchlauf durch Anwendungsfälle in unterschiedlichen Branchen und Berufsbildern samt den potenziellen Möglichkeiten von KI. Wer sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, wird hier keine Neuigkeiten erfahren. Die Zusammenstellung beschränkt sich auf die Darstellung der Möglichkeiten, verschweigt aber ein zentrales Problem: Viele dieser Szenarien stehen nach wie vor nur als Optionen im Raum. Dass sie tatsächlich einen großen Einfluss und Nutzen entfalten werden, muss sich erst noch erweisen.
Auf knapp 30 Seiten widmet sich das vierte Kapitel technischen und anderen Herausforderungen wie dem Datenschutz, ethischen Fragen oder auch strukturellen Problemen.
Damit ist bereits mehr als die Hälfte des Buches erreicht.
Mehr Tiefe hätte das Buch besser gemacht
Bei den konkreten Strategien für die Praxis bleibt der Titel leider sehr oberflächlich. Es geht allgemein um erfolgreiche Transformationsprozesse, rechtliche Rahmenbedingungen und Hands-on-Ansätze zur Einführung. Tiefergehende Einblicke sucht man vergebens.
Das Buch endet mit einem ebenfalls stark komprimierten Blick in die Zukunft. Überraschungen sind für Leserinnen und Leser, die bereits eine Einführung zu KI gelesen haben, nicht vorhanden.
Management-Journal-Fazit: „KI oder nie“ ist eine solide Einführung in das Thema KI, flott geschrieben und zugänglich. Wer bereits eine Einführung zu diesem Thema im Regal stehen hat oder schon erste Schritte mit KI unternommen hat, wird hier allerdings nichts Neues entdecken. Für absolute Einsteiger durchaus brauchbar.
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Lesbarkeit
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Nutzwert
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Anspruch
Fazit
„KI oder nie“ ist eine solide Einführung in das Thema KI, flott geschrieben und zugänglich. Wer bereits eine Einführung zu diesem Thema im Regal stehen hat oder schon erste Schritte mit KI unternommen hat, wird hier allerdings nichts Neues entdecken. Für absolute Einsteiger durchaus brauchbar.
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