Guy Kawasaki, vielen bekannt als ehemaliger „Chief Evangelist“ von Apple und heute in gleicher Position bei Canva tätig, hat gemeinsam mit Madisun Nuismer ein Buch vorgelegt, das den Sprung vom Durchschnitt zum Außergewöhnlichen verspricht. „Bemerkenswert denken“ basiert auf Kawasaki und Nuismers Podcast „Remarkable People“, in dem sie Persönlichkeiten wie Jane Goodall, Marc Benioff, Steve Wozniak und viele andere interviewt haben.
Der Tech-Veteran Kawasaki lebt auch heute noch von seinem Nimbus als Marketing-Guru und Evangelist der ersten Apple-Jahre. Zweifellos ist er ein Profi der Selbstdarstellung, was sich auch in diesem Werk widerspiegelt. Seine jahrzehntelange Erfahrung in der Tech-Welt, insbesondere bei Unternehmen wie Apple, Canva oder Google bildet das Fundament für die vermittelten Einsichten.
Drei Schritte zur persönlichen Transformation
Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile: „Growth – Fundament aufbauen“, „Grit – beharrlich bleiben“ und „Grace – Erheben und Inspirieren“. Innerhalb dieser Struktur entfaltet sich ein Modell mit neun Pfaden, das den Weg zur persönlichen Transformation weisen soll.
Auffällig ist die explizite Ausrichtung auf die Generation Z als primäre Zielgruppe, was potenziell das Lesepublikum einschränken könnte. Dennoch betonen die Autoren, dass die Lektionen für Menschen aller Altersgruppen relevant sind.
Die Kapitel decken ein breites Spektrum an Themen ab: vom Annehmen eines Wachstumsdenkens über die Akzeptanz von Verletztlichkeit bis zum „Do Good Shit“-Ansatz. Eine der vielen englischen Wendungen, die in der deutschen Übersetzung etwas hölzern wirken. Tatsächlich leidet die Übersetzung häufig unter der allzu wörtlichen Übernahme typisch englischer Formulierungen, was den Lesefluss stört.
Das Element der Reue
Aufschlussreich sind Kawasakis Ausführungen im letzten Kapitel, wo er vier Arten von Reue analysiert: Reue in Bezug auf Grundlagen (mangelnde physische oder intellektuelle Selbstfürsorge), Reue in Bezug auf Mut (vermiedene Handlungen), Reue in Bezug auf Beziehungen (vernachlässigte zwischenmenschliche Kontakte) und moralische Reue (wie Mobbing).
Als Destillat der Podcast-Gespräche mit bemerkenswerten Persönlichkeiten bietet es eine kompakte Sammlung inspirierender Geschichten und Ideen. Die Struktur ist klar, die Kapitel sind übersichtlich und die zentralen Botschaften werden prägnant vermittelt.
Dennoch entsteht stellenweise schon der Eindruck, dass hier bekannte Selbsthilfe-Konzepte in einem neuen Gewand präsentiert werden, aufgehübscht durch die Autorität des Apple-Veteranen. Die Tipps zum Mindset-Wechsel, zur Zielsetzung und zum ethischen Führungsverhalten sind wertvoll, aber nicht revolutionär neu.
Für junge Menschen, die nach Orientierung in einer komplexen Welt suchen, oder für Mentoren, die Heranwachsende unterstützen möchten, bietet „Bemerkenswert denken“ Impulse. Die kompakte, durchdachte Form macht es zu einem zugänglichen Einstieg in die Thematik der persönlichen Entwicklung.
Management-Journal-Fazit: „Bemerkenswert denken“ ist ein solides, wenn auch nicht revolutionäres Selbsthilfebuch, dessen größte Stärke in der Destillation von Weisheiten bemerkenswerter Personen liegt. Die stellenweise holprige Übersetzung schmälert den Lesegenuss etwas, doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet inspirierende Impulse für sein Leben.
Stephan Lamprecht
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Lesbarkeit
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Nutzwert
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Anspruch
Fazit
„Bemerkenswert denken“ ist ein solides, wenn auch nicht revolutionäres Selbsthilfebuch, dessen größte Stärke in der Destillation von Weisheiten bemerkenswerter Personen liegt. Die stellenweise holprige Übersetzung schmälert den Lesegenuss etwas, doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet inspirierende Impulse für sein Leben.
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