Anschnallen bitte!

Vor einem Jahr haben uns die Experten noch in Gewissheit geschaukelt. Nein, die Krise sei eine amerikanische und dort werde sie auch bleiben. Nein, eine Rezession stehe uns nicht ins Haus. Nein, unsere Wirtschaft sei nicht gefährdet. Ein Blick in die Tageszeitung heute straft alle Experten Lügen. Und einer, der noch vor einem Jahr als Ketzer abgestempelt worden wäre, haut jetzt mal richtig auf den Tisch.

Er ist Börsianer, Berufs-Spekulant und bis an die Wall-Street bekannt als Mr. Dax. Umso erstaunlicher, dass gerade Dirk Müller der Finanzhydra die Maske vom Gesicht reißt. Allerdings, wer könnte das besser, als ein Insider. „Crashkurs“ ist tatsächlich ein atemberaubender Crashkurs über die Geschichte des Geldes, über die explosiven Verbindungen zwischen Geld und Politik, über die Entstehung und Folgen der Finanzkrise(n).

Die oberste Maxime heißt „selber denken“

Die Finanzmärkte verstehen, sich ein eigenes Urteil bilden, das fordert Dirk Müller von allen, die sich um ihr Geld kümmern.
Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und hat keine Angst, Zusammenhänge herzustellen, die sonst kaum einer zu benennen wagt. Zum Beispiel der Preis für Rohöl. Warum stieg er innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches, um danach wieder auf Normalmaß zu sinken? Weil George Bush auf den letzten Drücker in seiner Amtszeit den aus ökologischen Gründen erfolgten Öl-Bohrstopp vor den amerikanischen Küsten kippen wollte – die Finanzmafia gab Schützenhilfe, indem sie den Ölpreis mittels Futures in die Höhe jubelte. Oder der Zusammenhang zwischen dem Irakkrieg und dem Vorhaben des einst hofierten Saddam Hussein, Öl nicht mehr gegen US-Dollar, sondern nur noch gegen Euro zu verkaufen.

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Verschleierer am Werk

Oft sind die Zusammenhänge wesentlich leichter zu durchschauen. Verstand einschalten und Kopfrechnen genügt. So wischt Dirk Müller mit drei klugen Gedanken die Arbeitslosenstatistik in den Papierkorb. Zählt, wie viele Menschen im Februar 08 Arbeitslosengeld I und II beziehen (6,2 Millionen). Und schaut dann nach, wie viele Leute in der Arbeitslosenstatistik auftauchen (3,6 Millionen). Wie beruhigend! Oder er nimmt die Methode, nach der an den Universitäten landauf landab die Inflation berechnet wird (Geldmengenwachstum minus Wirtschaftswachstum) und vergleicht das Ergebnis (9,7%) mit den offiziellen Zahlen (2%). Wie beruhigend! Und mit einem Mal wird auch einem Laien klar, dass die gefühlte Inflation doch nicht so daneben liegt. Und dass solche veröffentlichten Zahlen alle möglichen Funktionen haben. Nur nicht die Funktion, Fakten zu benennen.

Was zu tun ist

Dirk Müller liefert zum Teil haarsträubende Fakten, die zeigen, dass wir tatsächlich weltweit auf Crashkurs sind. Bringt Zusammenhänge auf den Tisch, die andere nicht einmal mit spitzen Fingern anfassen. Für Anleger bedeutet dies: Augen auf, genau beobachten und Optionen offenhalten. Ganz sicher bedeutet es aber: raus aus den Aktien, rein in Gold. Denn das Undenkbare, der Zusammenbruch unseres Währungssystems, ist zumindest nicht mehr auszuschließen, seit hochrangige Politiker dieses Szenario diskutieren. Managementbuch.de – Empfehlung für den Weckruf, auch in Finanzdingen unseren Verstand einzuschalten und unser Geld zu retten.

Rein in die Sachwerte: Dirk Müller: Crashkurs. Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance. Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen. Droemer 2009, 255 Seiten

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