Flexible Arbeit gestalten – aber rechtssicher

Die Arbeit flexibel zu gestalten, wird immer mehr zu einem Schlüsselfaktor im globalen Wandel des Wirtschaftslebens, der von der Digitalisierung getrieben wird. Produktionen müssen heute auf wechselnde Nachfragen reagieren und zur Bearbeitung von Spezialproblemen werden zeitweilig Spezialisten benötigt, die sich in den Reihen der Mitarbeiter nicht finden.

Moderne Arbeitsmodelle sind oft noch unbekanntes Terrain

Die zeitweilige Beschäftigung von Freiberuflern oder die Nutzung der Dienste eines Zeitarbeitsunternehmens sind gerade im Mittelstand noch längst nicht die Regel und eher atypisch. Dabei eröffnen solche modernen Arbeitsformen den Unternehmen große Freiheiten, um auf wechselnde Anforderungen des Marktes reagieren zu können. Der Grund für die zögerliche Nutzung liegt oft genug einfach in der Unkenntnis über die Potenziale, aber auch in der Unsicherheit, wie solche Arbeitsverhältnisse rechtlich zu gestalten sind. Oder auch ganz praktisch in dem nicht vorhandenen Wissen, wie sich seriöse Zeitarbeitsfirmen von schwarzen Schafen unterscheiden lassen.

Begleiter auf dem Weg zu zeitgemäßen Arbeitsmodellen

Den Weg zu flexibleren Arbeitsverhältnissen will der erfahrene Experte Joachim Gutmann mit seinem Buch ebnen. Im ersten Kapitel geht er sehr kurz und kompakt auf den Umbruch in der Arbeitswelt ein. Globalisierung, Digitalisierung, demographischer Wandel und nicht zuletzt der Wunsch nach mehr Flexibilität auch auf Arbeitnehmerseite werden gekonnt und komprimiert in einen Zusammenhang gestellt. Danach gibt eine überblickartige Darstellung der Flexibilisierungsformen von der Arbeitnehmerüberlassung über Werksverträge bis zum Interimsmanagement und Outsourcing. Sind so die Grundlagen gelegt, geht es an die formellen Anforderungen.

Praktischer Ratgeber für flexible Arbeit

Den Kern des Buchs bildet eine umfassende Darstellung der verschiedensten Aspekte rund um die formelle und rechtliche Ausgestaltung der verschiedenen Arbeitsformen. Welche rechtlichen und tarifvertraglichen Grundlagen sind überhaupt zu berücksichtigen? Welche Vertragsformen gibt es? Und welche Klauseln dürfen etwa gar nicht in eine Vereinbarung aufgenommen werden, weil sie etwa den gesamten Vertrag unwirksam machen? Einen Schwerpunkt setzt Gutmann dabei auf die Nutzung von Zeitarbeitsfirmen. So geht er etwa auch im Detail darauf ein, nach welchen Kriterien Unternehmen einen seriösen Anbieter finden und welche Fragen sie ihm stellen sollten. Die Handreichung ist dabei so ausführlich, dass sich die Ausführungen auch für Unternehmen eignen, die sich mit dem Gedanken tragen, möglicherweise eigenes Personal anderen Firmen zu überlassen. Viele Checklisten und Diagramme machen aus dem Buch einen praktischen Begleiter für den Alltag. Wie inzwischen vom Haufe Verlag gewohnt, stehen die Arbeitshilfen auch online zum Download zur Verfügung.

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Management-Journal-Fazit: Auf knapp 250 Seiten erfährt der Leser alles Wissenswerte rund um die Ausgestaltung flexibler Arbeitsmodell mit Freelancern und Zeitarbeitsfirmen. Ein empfehlenswerter Ratgeber.

Stephan Lamprecht

Flexible Arbeit

Flexible Arbeit
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Lesbarkeit

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        Pros

        • Komprimierte Darstellung
        • Fachlich umfassend
        • Viele Arbeitshilfen

        Cons

        • Freelancer und Outsourcing werden wenig beachtet

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