Managen ist Handwerk ist Kunst ist Wissenschaft

Es ist ein Ausnahmebuch, das mit Henry Mintzberg einer der weltweit profiliertesten Managementdenker vorlegt. Es heißt schlicht und einfach „Managen“. Und das Buch hat es in sich. Denn anders als viele Managementbücher greift es nicht aktuelle Trends auf, sondern definiert, was „Managen“ eigentlich ist. Das Buch basiert auf Untersuchungen der letzten 70 Jahre, auf einer Studie Mintzbergs und vor allem auf der 50-jährigen Forschungserfahrung des kanadischen Professors. So viel Gründlichkeit ist selten. Und so viel Erfahrung noch seltener. Und all das ist gepaart mit einer Leichtigkeit, dass es zudem ein Vergnügen ist, dieses Buch zu lesen.

Hinschauen statt orakeln

Seit Generationen zerbrechen sich Wissenschaftler den Kopf darüber, was genau managen ist. Währenddessen tun viele Manager in vielen Unternehmen und Organisationen auf der ganzen Welt tagtäglich ganz einfach ihren Job. Mintzbergs Verdienst ist es, dass er genau hinschaut. Er setzt sich neben Manager unterschiedlichster Unternehmen, beobachtet, wie sie mit ihren Terminkalendern umgehen, fährt mit zu Meetings und Gesprächen und notiert genau, womit sie ihre Zeit verbringen. Dabei entlarvt er viele Managementmythen. Zum Beispiel erkennt er, dass Manager weniger auf aufbereitete Informationen zurückgreifen, sondern vielmehr das direkte persönliche Gespräch suchen. Solche Beobachtungen, verknüpft mit den Erkenntnissen unzähliger Studien sind es, die Mintzberg zu Einsichten jenseits des Mainstream führen.

Managen kann man weder lernen noch lehren

Weder Wissenschaft noch Beruf sei Management, sondern eine Tätigkeit, die sich ganz und gar in der Praxis abspielt und auf Erfahrung fußt. Anders als Malik, der das Managen strikt auf Handwerk reduziert, verortet Mintzberg das Managen im Dreieck zwischen Wissenschaft, Kunst und Handwerk. „Die Kunst sorgt für die Ideen und die Integration, das Handwerk schafft die Verbindungen und die Wissenschaft erzeugt durch systematische Analyse des verfügbaren Wissens die notwendige Ordnung.“ Kein Wunder also, dass Mintzberg gegen die gängigen MBA-Programme wettert. Denn, so sein Fazit, Managen kann man weder lernen noch lehren. Managen lernt man durch Erfahrung. Aufgabe der Unternehmen muss es also sein, Nachwuchskräften Möglichkeiten zu geben, diese Erfahrungen zu sammeln, zu analysieren und auszuwerten.

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Managen statt führen

„Managen“ ist auch ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, für emotionale Gesundheit und für den Einsatz des gesunden Menschenverstands. Deshalb stellt Henry Mintzberg das Managen vor das Führen: „Wir haben zu viel Führung und zu wenig Management„, schreibt er und kommt zu dem Schluss: „Indem wir das Führungsprinzip hochhalten, halten wir alle Beteiligten unten. Wir erzeugen Scharen von Gefolgsleuten, die zur Leistung angetrieben werden müssen. So gesehen scheint erfolgreiches Management dadurch gekennzeichnet, dass es ebenso Engagement erzeugt wie es selbst engagiert ist, dass es andere vernetzt und selbst vernetzt ist, dass es unterstützt und Unterstützung erhält.“ Ein wichtiges Buch und deshalb Roter-Reiter.de – Empfehlung für alle Manager, weil sie mit diesem Buch mehr über sich und ihren außergewöhnlichen Beruf erfahren. Und für alle, die für die nächste Generation von Managern verantwortlich sind.

Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de

 

Henry Mintzberg: Managen. GABAL Verlag GmbH

mehr Infos zu >> „Managen“ bei Managementbuch.de

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